Ich bin das Licht

Die kleine Seele spricht mit Gott

 

 

 

 

 

 

NEALE DONALD WALSCH

 

 

 

 

 

1999

 

 

 

 

 

www.himmels-engel.de

 

www.angels-heaven.org


 

 

 

 

Neale Donald Walsch

 

Ich bin das Licht! Die kleine Seele spricht mit Gott.

 

Titel des amerikanischen Originals: „The Little Soul and The Sun“ (1998)

 

 

 

TEXT AUF DER RÜCKSEITE

 

Einmal, vor zeitloser Zeit, da war eine kleine Seele. Und diese kleine Seele wusste, dass sie das Licht war - und damit Teil der vielen Millionen Lichter, aus denen das Universum besteht. Doch die kleine Seele wollte sich auch als das Licht erfahren. Gott sagte, dass sie dafür erst einmal wissen müsse, was Dunkelheit ist. Wie könne man "oben", "heiß" und "schnell" kennen, ohne zu wissen, was "unten", "kalt" und "langsam" ist? Die kleine Seele verstand, dass sie zuerst einmal das Gegenteil kennen lernen musste, um zu begreifen, wer sie selbst wirklich war.

"Dies ist ein großes Geschenk", sagte Gott, "denn ohne es könntest du niemals herausfinden, wie irgendetwas wirklich ist."

Und so machte sich die kleine Seele auf den Weg in dieses Abenteuer. Und vielleicht ist es dem Abenteuer sehr ähnlich, das wir alle auf dem Planeten Erde erleben.

 

 

 

Meinen zukünftigen Enkeln,

sofern ich welche haben werde,

und jeder kleinen Seele,

die darauf wartet, geboren zu werden.

Ihr seid ein Segen für uns,

und unsere Hoffnung,

unser Unschuld

und unsere Freude.

Ihr seid das Versprechen

und der Beweis

für die unendliche Liebe Gottes.

 

N.D.W.

 

 

Dem unendlich strahlenden Licht

 

F.R.

Einmal vor zeitloser Zeit, da war eine kleine Seele, die sagte zu Gott: "ich weiß wer ich bin!"

 

Und Gott antwortete: "Oh, das ist ja wunderbar! Wer bist Du denn?"

 

Die kleine Seele rief: "Ich bin das Licht!"

 

Und auf Gottes Gesicht erstrahlte das schönste Lächeln. "Du hast recht", bestätigte er, "du bist das Licht!"

 

Da war die kleine Seele überglücklich, denn sie hatte genau das entdeckt, was alle Seelen im Himmelreich herausfinden wollten.

 

"Hey", sagte die kleine Seele, "das ist ja Klasse!"

 

Doch bald genügte es der kleinen Seele nicht mehr, zu wissen wer sie war. So ging sie wieder zu Gott. Es ist übrigens keine schlechte Idee, sich an Gott zu wenden, wenn man das sein möchte, was man eigentlich ist.

 

Sie sagte: "Hallo Gott!" Nun, da ich weiß wer ich bin, könnte ich das auch nicht sein?"

 

Und Gott antwortete der kleinen Seele, "Du meinst, dass du sein willst, was Du schon längst bist?"

 

"Also," sprach die kleine Seele, "es ist schon ein Unterschied, ob ich nur weiß, wer ich bin, oder ob ich es auch wirklich bin. Ich möchte fühlen, wie es ist, das Licht zu sein!"

 

"Aber du bist doch das Licht", wiederholte Gott und er lächelte wieder.

 

Doch die kleine Seele jammerte: "Ja, aber ich möchte doch wissen, wie es sich anfühlt, das Licht zu sein!"

 

Gott schmunzelte: "Nun, das hätte ich mir denken können. Du warst schon immer recht abenteuerlustig. Es gibt da nur eine Sache..." und Gottes Gesicht wurde ernst.

 

"Was denn?" fragte die kleine Seele.     himmels-engel.de

 

"Nun es gibt nichts anderes als Licht. Weißt du, ich habe nichts anderes erschaffen als das, was du bist. Und deshalb wird es nicht so einfach für dich, zu werden, wer du bist. Denn es gibt nichts, was nicht so ist wie du."

 

"Wie?" fragte die kleine Seele und war ziemlich verwirrt.

 

"Stell es dir so vor", begann Gott, "du bist wie der Schein einer Kerze in der Sonne. Das ist auch richtig so. Und neben dir gibt es noch viele Millionen Kerzen, die gemeinsam die Sonne bilden. Doch die Sonne wäre nicht die Sonne, wenn du fehlen würdest. Schon mit einer Kerze weniger, wäre die Sonne nicht mehr die Sonne, denn sie könnte nicht mehr ganz so hell strahlen. Die große Frage ist also: Wie kannst du herausfinden, dass du Licht bist, wenn du überall von Licht umgeben bist?"

 

Da sagte die kleine Seele frech: "Du bist doch Gott! Überlege dir halt etwas!"

 

"Du hast recht!" sagte Gott und lächelte wieder. "Und mir ist auch schon etwas eingefallen. Da du Licht bist und dich nicht erkennen kannst, wenn du nur von Licht umgeben bist, werden wir dich einfach mit Dunkelheit umhüllen."

 

"Was ist Dunkelheit?" fragte die kleine Seele.

 

Gott antwortete: "Die Dunkelheit ist das was du nicht bist".

 

Werde ich nicht Angst davor haben?" rief die kleine Seele."

 

Nur wenn du Angst haben willst", antwortete Gott. "Es gibt überhaupt nichts, wovor Du dich fürchten müsstest, es sei denn du willst dich fürchten. Weißt du, die ganze Angst denken wir uns nur selbst aus."

 

"Oh", die kleine Seele nickte verständig und fühlte sich gleich wieder besser. Dann erklärte Gott, dass oft erst das Gegenteil von dem erscheinen müsse, was man erfahren wolle.

 

"Das ist ein großes Geschenk", sagte Gott, "denn ohne das Gegenteil könntest du nie erfahren, wie etwas wirklich ist. Du würdest die Wärme nicht ohne Kälte erkennen, oben nicht ohne unten, schnell nicht ohne langsam.

Du könntest rechts nicht ohne links erkennen, hier nicht ohne dort und jetzt nicht, ohne später. Und wenn du von Dunkelheit umgeben bist", schloss Gott ab, "dann balle nicht deine Faust, erhebe nicht deine Stimme, um die Dunkelheit zu verwünschen. Sei lieber ein Licht in der Dunkelheit, statt dich über sie zu ärgern.

Dann wirst du wirklich wissen, wer du bist und alle anderen werden es auch wissen. Lass dein Licht scheinen, damit die anderen sehen können, dass du etwas Besonderes bist."

 

"Meinst du wirklich, es ist in Ordnung, wenn die anderen sehen können, dass ich etwas Besonderes bin?"

 

"Natürlich!" Gott lächelte. "Es ist sogar sehr in Ordnung. Doch denke immer daran: Etwas Besonderes zu sein heißt nicht, besser zu sein. Jeder ist etwas Besonderes, jeder auf seine Weise. Doch die meisten haben das vergessen. Erst wenn sie merken, dass es für dich in Ordnung ist, etwas Besonderes zu sein, werden sie begreifen, dass es auch für sie in Ordnung ist."

 

"Hey!" rief die kleine Seele und tanzte, hüpfte, lachte vor Freude. "Ich kann also so besonders sein, wie ich will!"

 

"Ja, und du kannst auch sofort damit anfangen", sagte Gott und tanzte, hüpfte und lachte mit der kleinen Seele. "Wie möchtest du denn besonders gerne sein?"

 

"Was meinst du mit wie?" fragte die kleine Seele. "Das verstehe ich nicht...!"

 

"Nun, das Licht zu sein bedeutet etwas Besonderes zu sein. Und das kann sehr viel bedeuten. Es ist etwas Besonderes, freundlich zu sein, es ist etwas Besonderes, sanft zu sein. Es ist etwas Besonderes, schöpferisch zu sein. Es ist etwas Besonderes, geduldig zu sein. Fallen dir noch andere Dinge ein, mit denen man etwas Besonderes sein kann?"

 

Die kleine Seele saß einen Moment lang ganz still da. Dann rief sie: "Ja, ich weiß eine ganze Menge anderer Dinge, mit denen man etwas Besonderes sein kann! Es ist etwas Besonderes, hilfreich zu sein. Es ist etwas Besonderes, miteinander zu teilen!"

 

"Ja", stimmte Gott zu, "und all das kannst du jederzeit auf einmal sein - oder auch nur ein Teil davon. Dies ist die wahre Bedeutung davon, Licht zu sein."

 

"Ich weiß, was ich sein will! Ich weiß, was ich sein will!" rief die kleine Seele ganz aufgeregt! "Ich möchte der Teil des Besonderen sein, den man Vergebung nennt! Ist zu vergeben nicht etwas Besonderes?"

 

"Oh ja; "versicherte Gott der kleinen Seele. "Dies ist etwas ganz Besonderes!"

 

"In Ordnung!", sagte die kleine Seele. Das ist es, was ich sein will. Ich möchte die Vergebung sein. Ich möchte mich selbst als genau das erfahren."

 

"Gut", sagte Gott, "doch da gibt es noch eine Sache, die du wissen solltest".

 

Die kleine Seele wurde langsam etwas ungeduldig. Immer schien es irgendwelche Schwierigkeiten zu geben. "Was denn noch?" stöhnte sie. "Es gibt keinen, dem du vergeben müsstest."

 

"Keinen?" Die kleine Seele konnte kaum glauben, was Gott da sagte.

 

"Keinen", wiederholte Gott. "Alles was ich erschaffen habe ist vollkommen. Es gibt doch in meiner ganzen Schöpfung keine einzige Seele, die weniger vollkommen wäre als du, schau dich doch mal um."

 

Da sah die kleine Seele, dass viele andere Seelen sich um sie herum versammelt hatten. Sie waren von überall her aus dem Himmelreich gekommen. Es hatte sich herumgesprochen, dass die kleine Seele eine ganz besondere Unterhaltung mit Gott führte und jede Seele wollte hören, worüber die Beiden sprachen. Als die kleine Seele die unzähligen Seelen betrachtete, musste sie zugeben, dass Gott Recht hatte. Keine von ihnen war weniger schön, weniger strahlend, oder weniger vollkommen, als sie selbst. Die anderen Seelen waren so wundervoll, ihr Licht strahlte so hell, dass die kleine Seele kaum hinsehen konnte.

 

"Wem willst du nun vergeben?" fragte Gott.

 

"Au weia, das wird aber wenig Spaß machen!" brummte die kleine Seele vor sich hin. "Ich möchte mich selbst als jemand erfahren, der vergibt. Ich hätte so gerne gewusst, wie man sich mit diesem Teil des Besonderen fühlt." Und so lernte die kleine Seele, wie es sich anfühlt, traurig zu sein. Doch dann trat eine freundliche Seele aus der großen Menge hervor. Sie sagte: "sei nicht traurig, kleine Seele, ich will dir helfen."

 

"Wirklich?" rief die kleine Seele. "Doch was kannst du für mich tun?"

 

"Ich kann dir jemanden bringen, dem du vergeben kannst".

 

"Oh, wirklich?"

 

"Ja, ganz bestimmt", kicherte die freundliche Seele. "Ich kann in dein nächstes Erdenleben kommen und dir etwas antun, damit du mir vergeben kannst!"

 

"Oh, wirklich?" fragte die kleine Seele. "Du bist doch ein vollkommenes Wesen! Deine Schwingungen sind so hoch und dein Licht leuchtet so hell, dass ich dich kaum anschauen kann! Was bringt dich bloß dazu, deine Schwingungen so zu verringern, dass dein Licht dunkel und dicht wird? Du bist so licht, dass du auf den Sternen tanzen und in Gedankenschnelle durch das Himmelreich sausen kannst. Warum solltest du es dir so schwer machen, um mir in meinem Leben etwas Böses antun zu können?"

 

"Ganz einfach!" sagte die freundliche Seele. "Weil ich dich lieb habe!"

 

Diese Antwort überraschte die kleine Seele.

 

"Du brauchst nicht erstaunt zu sein," sagte die freundliche Seele. "Du hast dasselbe auch für mich getan. Weißt du nicht mehr? Wir haben schon so oft miteinander getanzt. Ja, du und ich! Wir haben durch Äonen und alle Zeitalter hindurch und an vielen Orten miteinander gespielt. Du hast es nur vergessen. Wir beide sind schon alles gewesen. Wir waren schon oben und waren unten, wir waren schon rechts und waren links. Wir waren schon Mann und waren Frau, wir waren gut und waren schlecht, - beide waren wir schon das Opfer und beide waren wir der Schurke. So kommen wir immer wieder zusammen und helfen uns immer wieder, das auszudrücken, was wir wirklich sind". "Und deshalb", erklärte die freundliche Seele weiter "werde ich in dein nächstes Erdenleben kommen und der Bösewicht sein. Ich werde dir schreckliches antun und dann kannst du dich als jemand erfahren, der vergibt".

 

"Aber was wirst du tun?" fragte die kleine Seele, nun doch etwas beunruhigt. "Was wird denn so schrecklich sein?"

 

"Oh", sagte die freundliche Seele mit einem Lächeln, "uns wird schon was einfallen!" Dann wurde die freundliche Seele sehr ernst und sagte mit leiser Stimme: "Weißt du, mit einer Sache hast du vollkommen recht gehabt."

 

"Mit was denn?" wollte die kleine Seele wissen.

 

"Ich muss meine Schwingung sehr weit herunterfahren und sehr, sehr schwer werden, um diese schreckliche Sache tun zu können. Ich muss so tun, als ob ich jemand wäre, der ich gar nicht bin. Und dafür muss ich dich um einen Gefallen bitten".

 

"Du kannst dir alles wünschen, was du willst!" rief die kleine Seele, sprang umher und sang: "Hurra, ich werde vergeben können! Ich werde vergeben können!" Da bemerkte die kleine Seele, dass die freundliche Seele sehr still geworden war. "Was ist? Was kann ich für dich tun?" fragte die kleine Seele. "Du bist wirklich ein Engel, wenn du diese schreckliche Sache für mich tun willst!"

 

Da unterbrach Gott die Unterhaltung der beiden Seelen: "Natürlich ist diese freundliche Seele ein Engel! Jedes Wesen ist ein Engel! Denke daran: Ich habe dir immer nur Engel geschickt!"

 

Die kleine Seele wollte doch gerne den Wunsch der freundlichen Seele erfüllen und fragte nochmals: "Sag schon, was kann ich für dich tun?" Die freundliche Seele antwortete: "In dem Moment, in dem ich das Schlimmste tue, das du dir vorstellen kannst, - also, in dem Moment...."

 

"Ja?" sagte die kleine Seele, "ja...?"

 

Die freundliche Seele wurde noch stiller, "...denke daran, wer ich wirklich bin!"

 

"Oh, das werde ich bestimmt!" rief die kleine Seele. "Das verspreche ich dir! Ich werde mich immer so an dich erinnern, wie ich dich jetzt hier sehe!"

 

"Weißt du, ich werde mich so verstellen müssen, dass ich mich selbst vergessen werde. Und wenn du dich nicht erinnerst wie ich wirklich bin, dann werde ich mich selbst für eine sehr lange Zeit auch nicht mehr erinnern können. Wenn ich vergesse, wer ich bin, dann kann es passieren, dass auch du vergisst, wer du bist. Dann sind wir beide verloren. Dann brauchen wir eine weitere Seele, die in unser Leben kommt und uns daran erinnert, wer wir wirklich sind."

 

Doch die kleine Seele versprach noch einmal: "Nein, wir werden nie vergessen, wer wir sind. Ich werde mich an dich erinnern! Und ich werde dir sehr dankbar dafür sein, dass du mir dieses große Geschenk machst - das Geschenk, dass ich erfahren darf, wer ich wirklich bin."

 

Und so schlossen die beiden Seelen ihre Vereinbarung. Die kleine Seele begab sich in ein neues Erdenleben. Sie war ganz begeistert, dass sie das Licht war, das so besonders ist und sie war so aufgeregt, dass sie jener Teil des Besonderen sein durfte, der "Vergebung" heißt.

 

Sie wartete begierig darauf, sich selbst als Vergebung erfahren zu können und der anderen Seele dafür zu danken zu dürfen, dass sie diese Erfahrung möglich gemacht hat.

 

Und in jedem Augenblick dieses neuen Erdenlebens, wann immer eine neue Seele auftauchte, ob sie nun Freude oder Traurigkeit brachte, - natürlich besonders wenn sie Traurigkeit brachte - ,fiel der kleinen Seele ein, was Gott ihr einst auf den Weg gegeben hatte:

 

"Denke stets daran," hatte Gott mit einem Lächeln gesagt,

 

"Ich habe dir immer nur Engel geschickt!"

 

Neale Donald Walsch

Liebe Eltern und Kinderfreunde,

 

diese wunderbare Geschichte ermöglicht den Kindern eine andere Sichtweise darauf, warum manchmal „böse“ Dinge geschehen und gibt ihnen eine neue Methode, mit diesen umzugehen, wenn sie erscheinen.

 

Diese Geschichte lehrt sie gleichzeitig, dass es richtig ist, wenn sie sich für einzigartige Wesen halten und es den Anderen zeigen, wie einzigartig jeder von uns ist

.

Nicht zuletzt zeigt die Geschichte, dass Gott jeden im selben Maße liebt und dass auch die Menschen, die wir nicht für unsere Freunde halten, verkleidete Engel sein könnten, die zu uns geschickt wurden, um uns eine Art Geschenk zu übergeben: ein Geschenk des Wachstums dank mehr Toleranz, Verständnis und Verzeihung. Die Chance das zu sein, was wir tatsächlich sind.

 

Diese Parabel erschien zuerst in einer anderen Form, im Buch „Gespräche mit Gott I“ für Erwachsene. Überall dort, wo ich eingeladen wurde, sie vorzulesen, übersetzte ich sie immer wieder. Aufgrund vieler Wünsche von Menschen, die mir schrieben oder mich nach den Vorlesungen darauf hinwiesen, „dass daraus eine wunderbare Geschichte für Kinder entstehen könnte“, wandelte ich sie in die Form eines Bilderbuchs für Kinder um.

 

Ich glaube fest daran, dass diese Parabel direkt von Gott kommt und dass jedes Kind, das eine Bekanntschaft mit ihr macht, gesegnet wird. Vielen Dank dafür, dass Sie Kinder so lieben und dass Sie sie an diese Geschichte heranführen.

 

Neale Donald Walsch
Ashland
, Oregon
Januar 1998